Die Zeit rennt dahin und ich bin immer noch zu nichts gekommen. Weder ein Bild bearbeitet noch ein Fazit geschrieben. Also wenigstens ein Anfang machen. Los geht´s!
Das mit dem Fazit fällt mir aber auch wirklich ziemlich schwer, hatte mich ganz enorm auf´s OBS gefreut und gleich der erste Tag war deutlich zu viel des Guten und absolut stressig. Ich war der festen Überzeugung das wir im letzten Jahr auch erst am Freitag aufgebaut haben, dieses Jahr wurde ich auf jeden Fall eines besseren belehrt. Der Aufbau zog sich hin und ich bekam mit jeder vergangenen Stunde ein größeres "P" (für Panik) auf die Stirn. Das senkte selbstredend auch meine Laune und das ich auf schlechte Laune überhaupt keinen Bock hatte verstärkte dieses Gefühl nur noch mehr.
Na ja, lies sich ja nichts machen, hauptsache pünktlich fertig werden. Das sind wir dann auch mit Ächtzen und Krächtzen geworden.
Der Spaß war vorerst gegessen und die allseits bekannte Vorvorspiel-Kapelle mit Punkattitüde "One Finger Salute" stand schon auf der Bühne.
Wie darf man den sowas bezeichnen " gekonnter Krach"??? Pascht scho! Mit Kim Carson kam dann aber auch bei mir endlich wieder Fest Stimmung auf und alles sollte seinen geregelten Weg gehen. Abwarten. Schon beim Aufbau kündigte sich ja ein "kleineres" Problem mit der elektrischen Anlage des Hauses Glitter an; und bei den Swamphogs brach dann auch endgültig alles zusammen, da konnten sich die Herren gerade einmal Warm spielen und ich fand es ehrlich gesagt gar nicht so schlecht, da versagten gänzlich die Panzersicherungen im Haus, eine von dreien hielt zumindest noch eine Art Notbeleuchtung in Funktion. Der Tag war für mich gelaufen und so saßen wir nach dem eher lustlosen zusammenräumen der Mikrofone etc. auf der Bühne und ertränkten unseren Frust in schlimmen Alkoholika. Spät gings in´s Bett mit der Ansage von mir um 0900 wieder auf dem Platz zu sein um zu schauen was man noch so retten kann um den zweiten Tag möglichst reibungslos zu geniessen.
9 Uhr schmerzte doch ziemlich und mein beim Aufbau angestossener Steiss tat Irre weh. Der Elektriker brachte noch ein paar größere Panzersicherungen vorbei und um sicher zu gehen wurde eine nach der anderen ausgetauscht. Weiterhin bastelten Jürgen und Archie eine extrem heiße... ähh....eher coole Konstruktion mit Stühlen, Tischen und einem Ventilator um den ganzen Sicherungskasten zu kühlen. Da hilft jetzt nur noch betten und die angekündigte größere Lichtanlage wurde Sicherheitshalber doch wieder verkleinert. Schade eigentlich.
Der Samstag ging irgendwie ein bißchen an mir vorbei. Habe bestimmt bis um 15:00 Uhr gebraucht um mein bräseliges Hirn wieder in Bewegung zu setzen. Synaps und Schnaps ist ja ein vielleicht noch unterhaltsames Wortspiel, aber..... Selber Schuld. Virgil Shaw war nett, Shilf fand ich überraschend gut und der Gitarrensound -Gitarrensound???- von Vic Chessnut brachte mich zur Verzweifelung. Granfaloon Bus war dann etwas enttäuschend, hatte ich mir mehr von versprochen.
Was dann kam weckte auch mich auf, King Khan & his Shrines kam mit einer Lautstärke daher wie ich sie nicht nur nicht erwartet hätte, sondern auch mit einer Power von der Bühne das nicht nur ich die ersten zwei Songs mit offenem Mund auf die Bühne starrte. Das war schwer schnell zu retten und viel zu Laut, leider war ich so damit beschäftigt den Sound erstmal hin zu biegen, das ich mich nicht auf das eigentliche Geschehen konzentrieren konnte und leider vergass ich dabei auch die Lautstärke etwas abzusenken. Das Ergebnis war wahrscheinlich für einige das lauteste was jemals beim OBS zugegen war und auch das erste Mal in der Geschichte gab es 4 Anzeigen innerhalb von 20 min. wegen Lärmbelästigung! Nicht gut, Entschuldigung!!! Ansonsten gingen die Meinungen ja sehr auseinander und entweder man mochte es oder eben nicht, dazwischen gab es nichts. Ich für meinen Teil hätte für solche Musik eine etwas mehr auf den Punkt spielende Rythmussektion erwartet, aber Spass hat es auf jeden Fall gemacht und wenn es nur die erstaunten Blicke der Zuhörer waren :-))).
Midnight Choir war dann wie erwartet, schön, langsam und passender hätte der Liveabschluss nicht sein können. Mr. Holstein & Mr. Heckmann liessen es dann danach wunderbar von den Silberlingen rocken. Das hat gefallen, keine Ahnung wie lang Ihr getanzt habt :-))).
Mit Freude über den überstandenen Tag, mit nur einem kleinen Zwischenfall, ging es nach Abschluss wieder auf die Bühne und es vollzog sich "the same procedure as everyday". Also manche lernen es nie :-)))! Na ja, wenn´s schä macht. Und weils so schön (doof) macht haben wir dann im Hotel noch bis um 0500 weiter gefeiert. Nee, nee!
Sonntag 11:00 Uhr, die Sicherung hält. Terry Lee Hale eröffnet den Tag mit einem schönen Set seiner ihm eigenen Melodeien. Nichts unerwartetes, professionell und angenehm. Und dann.... Dann kam die junge Dame auf die ich mich von der ersten Stunde an gefreut hatte und meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Maria Solheim spielte mit Ihrer Band ein Set das mir Pipi in die Augen trieb. Darüber könnte ich noch Stunden schreiben, da ich aber nun alle Künstler hier so schnell abfertige sei nur noch eins gesagt. Mein persönliches Highlight, war das schöööööön!!! Habe letzte Woche die Aufnahmen gemastert, ein Hammer! Greyhound Soul fand ich persönlich trotz des fehlenden Rock sehr schön und in der Tat hätte es länger gehen können. Aber wenn die Stimme nichts mehr her gibt muß man kapitulieren. Schade. Dann wurde es wieder ruhiger auf der Wiese, also sozusagen die Ruhe vor dem Sturm. Knife in the Water hatten gegen Ende ihres Sets Probleme mit so viel Nichts gegen das Große heftige anzukommen. Ein Sturm raste los, der uns den Atem stocken lies. Es sah ja schon seit ein paar Stunden immer mal wieder etwas düster aus, was aber da kam, darauf war wohl niemand wirklich vorbereitet. Erst wehte es den ganzen Staub und Beton der benachbarten Baufirma über den Platz und dann regnete es als habe jemand eine Staumauer weggesprengt. Super! Die einzige kaputte Plane deckte unseren Technikplatz ab. Es tropfte überall hinein und es gab nichts was das verhindern konnte, also noch eine große Plane geholt und mein kostbares Arbeitsmaterial geschützt. Das dauerte dann so - ich würd mal schätzen - ne halbe Stunde, zumindest das schlimmste war vorbei. Jetzt regnete es nur noch, aber das kennt man ja, das kann ja nun wirklich niemanden mehr beeindrucken. Problem war nur diese dämliche undichte Plane, also mit doppelter Beplanung und Null Sicht auf die Knöppe weiter an die Arbeit. Nachdem auch die Bühne von den Überflutungen befreit worden war, nahm der Rest seinen Gang. Durch das frühe ausscheiden von Greyhound Soul konnte etwas Zeit gewonnen werden, die war nun durch diese Zwangspause wieder verloren. Tja, wie gewonnen so zerronnen. Egal. The Bambi Molesters machten sich an die Arbeit und das surfte wie die Sau! Hat mir sehr gut gefallen. Gemein war nur dass das ganze bei Sonnenschein und 30° im Schatten doch irgendwie besser gekommen wäre. Die Stimmung war aber auch so schnell wieder oben auf. Der große Onkel Chris Eckmann der ja nicht nur die Bambis... ähhhh....betreut, sondern auch Shilf erzählt wie´s geht, war dann auch schon mal kurz auf der Bühne um danach dann ein Solo Set zum besten zu geben. Ehrlich gesagt waren mir die Songs mit der anhängenden Kapelle schlüßiger und aufregender. Ansonsten hätte an diese Stelle eine Rockband gehört, zur Festival PrimeTime fand ich das nu etwas müd´. Nu gut, wir bekamen es ja danach besorgt. Und da war dann dieses komische Ding. Chuck Prophet hatte einen eigenen Techniker dabei und die ersten 2,5 freien Stunden von drei Tagen lagen vor mir und ehrlich gesagt habe ich irgendwie nicht so richtig aufgepasst. Da habe ich aber was verpasst, auf der Bühne muss es ziemlich gekracht haben und wie ich so hörte war nun Herr Prophet der erste Musiker seit bestehen des OBS der sich selbst wohl etwas zu Ernst nahm. So fand ich einen hochroten John Parker vor und ebenso einen ziemlich aufgebrachten Rembert. Uppsss, nu ja ich lies mir die Geschichte erzählen, war aber schon zu entspannt um mich zu erregen. Sein Auftritt ist dann blöderweise ziemlich an mir vorbei gegangen, obwohl ich auf den Herrn sehr gespannt gewesen bin. Es war aber Zeit mich mal zu setzen, mal kurz mit ein paar Freunden zu schnacken und mit meiner Frau zu kuscheln.
Das gleiche passierte dann bei The White Birch, ebenfalls eigener Techniker, schön ruhig war´s, eben schön zum unterhalten und Bier trinken :-)). Das einzige was mir auffiel, der Sound war ziemlich gut :-))). Danach war dann auch die Luft ein wenig raus. Und es passierte das unvermeindliche.... es ging auf die Bühne......... Hoch die Tassen! Pain and Drugs and Alcohol! Von der Steissverletzung habe ich übrigens heute immer noch was! DJ Flo Boozoo Bajou war übrigens ein echter Hammer, was tat es mir leid das ein sehr wichtiger Polizist die Veranstaltung auf nicht gerade die feine Art unterbrach beziehungsweise beendete. Mit dem Mann lies sich leider überhaupt nicht diskutieren, kleiner Tipp: Wenn man keine Lust mehr hat einfach mal den Kollegen ran lassen. Der war nämlich um einiges geschmeidiger, aber leider etwas Wortkarg. Egal, das üben wir nochmal.
Dann wurde natürlich auch ein wenig über die Veranstaltung resumiert und an dieser Stelle noch einmal ein ganz, ganz großes Lob an "mein" Team: Johanna (Stage), Adrian (Lights), Maroner (Monitor) und den Rest der Bagage Jürgen, Marc, Jascha und Jonas. Den unglaublichen John Parker schon mal gar nicht zu vergessen, hervorragende und extrem professionelle Arbeit and a very special friend! THX!
Weiterhin mein riesen Dank an das Glitterhouse-Team, also da weiß ich ja gar nicht wo ich anfangen soll und bitte, bitte fühlt Euch alle bedankt. Eine Person sei aber doch hervor gehoben, Immylou die uns nach Feierabend immer bestens mit Whiskey und anderen leckeren Getränken versorgte. So gut das selbst die Musikanten oftmals nicht so leckere Sachen bekamen :-)))).
Ein Riesenlob und Dank an meine wundervolle Frau Juliet, die sich um den Verkauf der T-Shirts gekümmert hat und mich immer Prima mit Calzone versorgte, irgendwie bin ich dieses Jahr nicht einmal in den Backstage Bereich zum Essen gekommen. Zu dem Verkaufsteam gehört natürlich auch Nicole genannt. Apropos T-Shirts, wascht die ja nicht über 40°, bekommt den Dingern gar nicht gut. Nächstes Jahr gibt es auf jeden Fall höherwertiges Material, war mein erster Versuch. Sorry!
Allen ein Danke für CD´s, Lob und die paar Worte die ich mit dem ein oder anderem wechseln konnte, vielen Dank an Peter für die kostenlose Zusendung der Aufnahmen, sehr schön geworden, da bin ich aber Stolz :-))))).
Die die ich vergessen haben sollte, nehmt´s mir nicht krumm war echt ein wenig viel Input in den vergangenen Wochen und ich freu mich einfach nur auf meinen Jahresurlaub, auch um die Seite dann endlich ein wenig auszubauen. Dieses Jahr wird´s doch nur Urlaub in Gartonien, aber das wird -glaub ich- entspannender als irgendeine Wegfahraction.
Also! Seid mir alle gegrüßt und Wohlgesonnen, habt ein paar schöne Urlaubstage und verfolgt das geschehen auf dieser Seite weiterhin so interessiert wie bisher. Ich werde mich bemühen es so gut und Informativ wie möglich zu gestalten :-))).